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Fliegen neu

Du warst mit dem Check-in, inklusive Gepäckaufgabe, Sicherheitscheck und Passkontrolle schnell fertig. Obwohl dir klar war, dass Duty free eine einfache Geschäftemacherei war, war es dir dennoch möglich, einen günstigen Einkauf zu machen und ein bisschen durch die Einkaufszonen zu bummeln, was ein bisschen aufregend war.

Heute scheint es, als wollten sie deine Geduld testen. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich meinen Boardingpass 5 mal und meinen Reisepass (nur) drei mal herzeigen muss, bevor ich das Flugzeug besteige, obwohl ich innerhalb der EU bin. Ich habe den Boardingpass schon online erhalten, so konnte ich zur Selbstbedienungsgepäckaufgabe gehen. Diese funktionierte nicht, die Maschine wollte, dass ich mich an Personal wende. Die Warteschlange war kurz, aber es dauerte dennoch lange, da Menschen dieser Tage nur Spezialfälle behandeln, wie beispielsweise behinderte Passagiere.

Underground between terminals airport Zurich
U-Bahn zwischen den Terminals am Flughafen Zürich
Airport Switzerland Zurich
Flughafen Schweiz, Zürich

Das Handgepäck muss bei der Sicherheitskontrolle auseinandergerupft werden; elektronische Geräte in unterscheidliche Gefässe, Handgepäck in mindestens ein anderes Gefäss, Flüssigkeiten in ein durchsichtiges Säckchen verstaut werden. Der Gürtel muss abgenommen werden. Die elektronische Sicherheitskontrolle schlägt bei mir immer aus wenn ich durchgehe, sodass ich immer meine Schuhe ausziehe. Egal welcher Flughafen. Auch Flip flops. Das letzte mal wurde ich zurechtgewiessen, weil ich jedes elektronische Gerät in ein eigenes Gefäss legte, nachdem ich auf anderen Flughäfen geschimpft worden war, weil ich eben dies nicht getan hatte. Nun gehe ich schliesslich mit meinen Socken durch, wobei mir 3 Sicherheitsleute zusehen. Da ist es wieder: Alarm. Nun werde ich erst mal genau beäugt.

Wie verlangt nehme ich meine Uhr ab und gehe nochmals durch. Dann gehe ich nochmal durch, danach stehe ich in diesem Körperscanner mit erhobenen Händen, wie eine Kriminelle. Mir wir befohlen, wieder aus dem “Spint„ herauszukommen, zur Seite zu treten, meine Hände hochzunehmen, um genau untersucht zu werden. Natürlich von einer Frau. Sie wollen der sexuellen Belästigung nicht beschuldigt werden. Als sie fertig ist, geht sie, mich ignorierend, zur Seite. Ich weiss nicht, ob es mir erlaubt ist, mir meine Schuhe wieder anzuziehen. Genauso schnell wie sie begonnen haben mich anzustarren und mich mit Befehlen zu bewerfen, begannen sie auch wieder miteinander zu quatschen. Ich musste auf mich aufmerksam machen und sie schafften es völlig genervt meine Frage über die Schuhe zu beantworten. Ich würde es nicht wagen gestresst dreinzusehen, oder ein Kommentar abzugeben, da mir einmal gedroht wurde, dass sie mich nicht durchlassen würden, wenn ich nicht nett wäre. Irgendwie ist gerade Heathrow (London) besonders militärisch. Obwohl ich auch über sehr nette Leute gestossen war das letzte Mal, als ich ihnen sagte, dass ich zu spät wäre and sie mich durchliessen. Wie auch immer. Sie machen ihre Arbeit, das ist sicher. Ich würde etwas Verständnis, dass man sich eigenartig fühlt, wenn man sich einige Male in einer Stunde wie eine Kriminelle fühlt, trotzdem wertschätzen.

 

 

Airport London Heathrow
Flughafen London Heathrow

Bis jetzt wurde mein Reise- und mein Boardingpass 3 mal hergezeigt.

Nach der Sicherheitskontrolle gibt es Bildschirme, die zeigen, dass der Abfluggate später angezeigt wird. Also besorge ich mir ein Sandwich, da die ekligen Brötchen an Bord des Flugzeuges schrecklich teuer sind.

Nun folge ich der Beschilderung. Hinunter, dem langen Gang entlang. Manchmal führen dich all diese Schilder nach oben, um dich nach der Passkontrolle wieder nach unten zu schicken. Es ist einfach ein sehr grosses Labyrinth. Weil ich keinen Überblick darüber habe, wie lange es dauren würde den richtigen Gate zu finden, starte ich gleich los, anstatt mir die Geschäfte anzusehen. Die Geschäfte sind tatsächlich ziemlich weit weg vom  Gate. Durch das Auf und Ab, den Gängen entlang, dem immer wieder stehen bleiben, um ein Grüppchen Leute vorbei zu lassen, das Links und Rechts, anstatt gerade aus, um so schnell wie möglich den Leuten aus dem Weg zu gehen, um meinen Abfluggate zu finden, werde ich so erschöpft, dass die Vorfreude ein gutes, neues Buch in den Flughafengeschäften zu finden, um im Flieger in eine neue Geschichte zu versinken, verflogen ist. Dennoch besorge ich schnell das Parfum, das ich ohnehin immer verwende. Keine zusätzliche Zeit verschwenden für ein neues Parfum, oder sonstige Extras. Das vierte Mal, dass ich den Boardingpass herzeigen muss. Jedesmal gescannt.

 

Hallway airport Zurich
Halle Flughafen Zürich
Airport Switzerland
Flughafen Schweiz

Das Boarding beginnt zu spät, die erste Klasse, die vorne sitzt, und Eltern mit Kindern und Kinderwägen kommen zuerst. Die zweite Kategorie hatte dafür bezahlt, dass sie früher boarden dürfen, also sind sie die nächsten. Dann stürmt jeder zu den Eingängen; Boardingpässe und Reisepässe werden wieder kontrolliert. Nun wollen sie, dass ich mein Handgepäck abgebe. Sie informieren mich, dass es nicht genug Platz gibt, weil das Flugzeug ausgebucht ist. Flüge sind heutzutage fast immer ausgebucht. Ein weiterer grosser Unterschied, der das Fliegen weniger angenehm macht. Ich lehne ab mit der Begründung, dass ich mich nicht gut dabei fühle, wenn mein Gepäck mit elektronischen Geräten, inklusive meines Laptops, herumgeworfen wird. Sie lässt mich mit dem Gepäck und ohne Diskussion durch. Da scheint es tatsächlich nicht genug Platz zu geben, was eigenartig ist, sind doch die Flugzeuge so geplant, dass sie ein Handgepäck in standartisierter Grösse für jeden Sitz Platz haben.

Ich habe den Sitz direkt hinter der Businessclass, daher werfe ich meinen Koffer in einen der Kofferräume über den Sitzen der Businessclass, die ohnehin mit dem Boarding schon fertig ist. Die Flugbegleiterin vorne beginnt zu protestieren, sie will, dass ich ihn wieder herausnehme. Ich verstehe nicht warum, keiner der Passagiere protestiert und ich bin die letzte, die für den vorderen Bereich zusteigt. Sie kann einfach nicht zu mir durch, um mir näher zu kommen, weil einige Passagiere in ihrem Weg stehen. Das ist meine Chance, sie einfach zu ignorieren und schnell auf meinem Fensterplatz platz zu nehmen, um sie zum Schweigen zu bringen. Ich denke an die Tage zurück, als die Stewards und Stewardessen auch Passagieren der Economyklasse halfen, ihr Gepäck aus dem Weg zu schaffen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie es für den dpooelten Preis in der Businessclass machen. Egal. Ich sitze. Ich frage die Dame hinter mir höflich, ob sie die Jacke, die ich ausziehe und über den Sitz stülpe, stört. Sie betont, dass SIE Essen bestellt hat und es könnte möglich sein, dass sie ihr beim Abendessen im Weg ist. Eigentlich warnt sie mich, dass Sauce auf sie geraten könnte, wohl mit etwas Humor in ihrer Stimme. Sie hat sich selbst mit der Bestellung von schrecklich schmeckendem Essen für einen übertriebenen Preise priviligiert.

 

 

Zurich Airport
Zürich Flughafen

Gutes Wetter über den Wolken zu haben, ist etwas, das sich über die Jahre hinweg nicht geändert hat, also geniesse ich den Flug.

 

 

London suburbs
London Vororte

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Kommentare: 2
  • #1

    Markus Huerlimann (Mittwoch, 24 April 2019 21:57)

    Fliegen ist nur noch das Mittel zum Zweck. Schade.
    Treffend beschrieben.

  • #2

    Antwort Markus (Donnerstag, 25 April 2019 08:54)

    Vielen Dank für Deinen Kommentar. :-)